Hochaktuelle dermato-onkologische Themen auf der DERM 2026 in Frankenthal

Hochaktuelle dermato-onkologische Themen auf der DERM 2026
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Hochaktuelle dermato-onkologische Themen auf der DERM 2026 in Frankenthal

DERM 2026 · Frankenthal
13.03.2026 bis 15.03.2026

onkoderm-Slot mit großem Publikumsinteresse

Vom 13. bis 15. März 2026 traf sich wieder einmal die dermatologische Fachwelt in Frankenthal zur DERM 2026, der größten praxisorientierten Fortbildungsveranstaltung für Dermatologinnen und Dermatologen in Deutschland. Auch in diesem Jahr war onkoderm e.V. – das Netzwerk spezialisierter dermato-onkologischer Zentren – mit einem eigenen wissenschaftlichen Programmpunkt im Rahmen des von der Landesärztekammer zertifizierten Programms vertreten.

Der dermato-onkologische Slot am Freitagnachmittag stieß auf großes Interesse der Kongressteilnehmer und bot einen kompakten Überblick über aktuelle Entwicklungen in Diagnostik, Therapie und rechtlichen Fragestellungen der modernen Hautkrebsmedizin.

Die Moderation sowie Begrüßung übernahm der erste Vorsitzende von onkoderm, Prof. Dr. med. Hjalmar Kurzen, Freising. In seiner Einführung betonte er die zunehmende Bedeutung hochspezialisierter dermatologischer Versorgung in Zeiten steigender Hautkrebsinzidenzen und rasanter technologischer Innovationen.

Innovationen in der Hautkrebsdiagnostik

Den Auftakt des wissenschaftlichen Programms gestaltete Prof. Dr. med. Hjalmar Kurzen, Freising, mit einem Vortrag über „Optische Biopsien und KI in der Hautkrebsdiagnostik – Realität oder Hoffnung für die Praxis?“.

Er zeigte, dass sich moderne bildgebende Verfahren zunehmend in Richtung einer nicht-invasiven Diagnostik entwickeln. Hochauflösende optische Technologien wie konfokale Lasermikroskopie oder optische Kohärenztomographie ermöglichen bereits heute mikroskopieähnliche Einblicke in Hautstrukturen, ohne eine chirurgische Biopsie durchführen zu müssen.

Besonders dynamisch entwickelt sich aktuell der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Dermatologie. KI-gestützte Analyseverfahren können dermatoskopische Bilder automatisiert auswerten und Auffälligkeiten erkennen. Kurzen betonte jedoch, dass diese Systeme derzeit vor allem als entscheidungsunterstützende Instrumente zu verstehen seien. Die diagnostische Verantwortung bleibe weiterhin beim erfahrenen Dermatologen.

Für die Praxis zeichne sich perspektivisch ein Modell ab, in dem digitale Bildanalyse, optische Diagnostik und klinische Expertise eng miteinander verzahnt werden.

Molekulare Diagnostik mit minimalem Probeneinsatz

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Dr. med. Sven Roy Quist, Mainz, neue Entwicklungen der molekularen Diagnostik vor. Sein Vortrag trug den Titel „Molekulare Diagnostik in der Dermatologie auf einer Disk mit minimalem Probeneinsatz – wo stehen wir?“.

Im Mittelpunkt stand die Vision sogenannter Lab-on-a-Chip-Systeme, bei denen molekulare Analysen auf einer kleinen mikrofluidischen Plattform durchgeführt werden können. Diese Technologien ermöglichen es, genetische oder molekulare Marker aus minimalen Gewebemengen zu bestimmen – teilweise sogar aus sehr kleinen Biopsien oder Zellproben.

Prof. Quist erläuterte, dass solche Systeme in Zukunft eine schnellere und präzisere Diagnostik erlauben könnten, etwa bei der Differenzierung von Tumorsubtypen oder bei der Auswahl zielgerichteter Therapien.

Besonders in der personalisierten Onkologie könnten diese Technologien neue diagnostische Wege eröffnen. Noch befinde sich ein Teil der Anwendungen in der Entwicklung, doch erste klinische Einsatzmöglichkeiten zeichnen sich bereits ab.

Keratinozytenkarzinome – aktueller Stand der Therapie

Mit einem Überblick über Keratinozytenkarzinome widmete sich Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. univ. Lukas Kofler, Biberach, einem der häufigsten Tumorentitäten der Dermatologie. In seinem Vortrag „Keratinozytenkarzinome – State of the Art“ stellte er die aktuellen diagnostischen und therapeutischen Standards dar.

Neben dem Basalzellkarzinom und dem kutanen Plattenepithelkarzinom rückte Kofler insbesondere fortgeschrittene oder metastasierte Verläufe in den Fokus. Neue systemische Therapien, darunter Immuncheckpoint-Inhibitoren und zielgerichtete Therapiestrategien, hätten das Behandlungsspektrum in den vergangenen Jahren deutlich erweitert.

Gleichzeitig bleibe die frühzeitige Diagnose und chirurgische Therapie die wichtigste Grundlage der Behandlung. Moderne dermatoskopische und bildgebende Verfahren könnten hierbei entscheidend zur frühzeitigen Erkennung beitragen.

Der Vortrag machte deutlich, wie stark sich die Therapieoptionen für diese Tumorgruppe in den letzten Jahren weiterentwickelt haben und wie wichtig eine strukturierte, leitliniengerechte Versorgung in spezialisierten Zentren ist.

Rechtssicherheit in der dermato-onkologischen Praxis

Den Abschluss des onkoderm-Slots gestaltete Prof. Dr. med. Uwe Reinhold, Bonn, mit einem praxisnahen Beitrag zu einem Thema, das im klinischen Alltag zunehmend an Bedeutung gewinnt: Behandlungsfehlervorwürfe in der Dermato-Onkologie.

Unter dem Titel „Praktische Empfehlungen für die Rechtssicherheit in der Praxis“ erläuterte Reinhold typische Konstellationen, in denen juristische Auseinandersetzungen entstehen können. Dazu gehören beispielsweise verzögerte Diagnosen, unklare Befunddokumentationen oder Kommunikationsprobleme im Behandlungsprozess.

Besonders betonte er die zentrale Rolle einer lückenlosen Dokumentation, klarer Aufklärungsgespräche und strukturierter diagnostischer Abläufe. Diese Aspekte seien nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch entscheidend für die rechtliche Absicherung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

Der Vortrag stieß auf großes Interesse, da viele Teilnehmer konkrete Hinweise für den Praxisalltag mitnehmen konnten.

Hohe Relevanz dermato-onkologischer Expertise

Der onkoderm-Slot auf der DERM 2026 zeigte eindrucksvoll, wie breit das Spektrum moderner dermato-onkologischer Versorgung inzwischen geworden ist – von innovativen diagnostischen Technologien über molekulare Präzisionsmedizin bis hin zu rechtlichen Fragestellungen im Praxisalltag.

Mit seinem wissenschaftlichen Programm unterstrich onkoderm erneut die zentrale Rolle spezialisierter dermatologischer Expertise in der Hautkrebsversorgung. Die hohe Teilnehmerzahl und die lebhaften Diskussionen im Anschluss an die Vorträge verdeutlichten das große Interesse der dermatologischen Fachwelt an diesen Themen.

Der erfolgreiche onkoderm-Slot bestätigte damit einmal mehr die Bedeutung der dermato-onkologischen Fortbildung im Rahmen der DERM 2026 und setzte wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Hautkrebsdiagnostik und -therapie in Deutschland.

Kontakt:
onkoderm e.V.
Presseabteilung
Klaus M. Hartgens
news@onkoderm.de

Bild und Text: copyright by onkoderm e.V. 2026

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