Hautkrebsscreening erhalten und weiterentwickeln – Prävention stärken statt schwächen
Offener Brief an die Bundesministerin für Gesundheit, Frau Nina Warken
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Diskussion um die zukünftige Ausgestaltung des gesetzlichen Hautkrebsscreenings gHKS hat in den vergangenen Wochen deutlich an Dynamik gewonnen. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Frage, ob der Nutzen des Screenings anhand eines eindeutigen Mortalitätsnachweises ausreichend belegt werden kann. Aus Sicht von onkoderm greift eine solche Betrachtung jedoch zu kurz.
Als Netzwerk von Dermato-Onkologinnen und Dermato-Onkologen erleben wir täglich, welchen Unterschied eine frühzeitige Diagnose für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet. Früh erkannte Hauttumoren können häufig mit vergleichsweise kleinen operativen Eingriffen behandelt werden. Demgegenüber stehen fortgeschrittene Erkrankungen mit komplexen Operationen, funktionellen Einschränkungen, aufwendigen Systemtherapien und erheblichen Belastungen für die Betroffenen.
Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand von onkoderm e.V. einen Offenen Brief an die Bundesministerin für Gesundheit, Frau Nina Warken, verfasst, den wir Ihnen hier als Download-Version (PDF) zur Verfügung stellen).
Mit diesem Schreiben setzen wir uns dafür ein,
- das gesetzliche Hautkrebsscreening als unverzichtbaren Bestandteil der Krebsfrüherkennung zu erhalten,
- den Nutzen des Screenings anhand patientenrelevanter Endpunkte und nicht ausschließlich anhand der Mortalität zu bewerten,
- die steigende Inzidenz von Hautkrebs als gesundheitspolitische Herausforderung anzuerkennen,
- das Screening qualitätsorientiert und risikoadaptiert weiterzuentwickeln sowie
- die besondere Expertise der Dermatologie bei der Weiterentwicklung des Programms konsequent einzubeziehen.
Wir betonen ausdrücklich, dass wir nicht für den unveränderten Erhalt des Status quo eintreten. Im Gegenteil: Wir sehen erhebliches Potenzial, die Hautkrebsfrüherkennung durch risikoadaptierte Screeningkonzepte, moderne diagnostische Verfahren, konsequente Qualitätssicherung und eine wissenschaftlich fundierte Evaluation weiter zu verbessern. Als Netzwerk niedergelassener Dermatologinnen und Dermatologen möchten wir diesen Prozess aktiv mitgestalten.
Gleichzeitig weisen wir darauf hin, dass Prävention keine beliebige Ausgabeposition ist. Gerade das Hautkrebsscreening stellt eine ambulant erbrachte, vergleichsweise kosteneffiziente Präventionsleistung mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung dar. Angesichts der kontinuierlich steigenden Hautkrebsinzidenz wäre ein Rückbau der Früherkennung aus unserer Sicht das falsche gesundheitspolitische Signal.
Wir möchten Sie über diese Initiative informieren und würden uns freuen, wenn Sie die dargestellten Argumente in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten sowie gesundheitspolitischen Ansprechpartnern aufgreifen und unterstützen. Nur mit einer gemeinsamen Stimme kann die dermatologische Fachwelt die Bedeutung einer modernen und leistungsfähigen Hautkrebsfrüherkennung überzeugend vertreten.
Für Anregungen und Rückmeldungen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Mit kollegialen Grüßen
Der Vorstand von onkoderm e.V.
Prof. Dr. med. Hjalmar Kurzen
Erster Vorsitzender onkoderm e.V.
Dr. med. Hanspeter Prieur
Stellv. Vorsitzender onkoderm e.V.
Dr. med. Harald Brüning
Vorstandsmitglied onkoderm e.V.
Prof. Dr. Dr. med. Sven Quist
Vorstandsmitglied onkoderm e.V.
Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. univ. Lukas Kofler
Vorstandsmitglied onkoderm e.V.
Prof. Dr. med. Uwe Reinhold
Ehrenvorsitzender onkoderm e.V.
Ihre Mitgliedspraxen im onkoderm e.V.
Pressekontakt: onkoderm e.V.
Klaus M. Hartgens
news@onkoderm.de
Presse-Fon: 015256710529
Am Hauptbahnhof 6
53111 Bonn
Bild und Text: copyright by onkoderm e.V. 2026 · Dr. Hanspeter Prieur, Duisburg · Fotograf: Stefan Krocek
