Pressebericht zum 8. onkoderm-SkinAcademy 2026
8. SkinAcademy 2026: Hochkarätiges Update zu entzündlichen Dermatosen begeistert Dermatologinnen und Dermatologen
Online-Fortbildung von onkoderm e.V. mit aktuellen Erkenntnissen zu Hidradenitis suppurativa, atopischer Dermatitis, bullösem Pemphigoid und den Zusammenhängen zwischen Haut, Ernährung und metabolischer Gesundheit
Am 10. Juni 2026 veranstaltete onkoderm e.V. die mittlerweile 8. SkinAcademy als zertifizierte Online-Fortbildung für Dermatologinnen und Dermatologen. Unter dem Leitthema „Entzündliche Dermatosen – Diagnostik und Therapie auf höchstem Niveau“ bot die Veranstaltung den mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen kompakten und zugleich hochaktuellen Überblick über wesentliche Entwicklungen in einem der dynamischsten Bereiche der modernen Dermatologie.
Mehr als drei Stunden lang standen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, innovative Therapiestrategien und praxisrelevante Aspekte der Patientenversorgung im Mittelpunkt. Die von der Ärztekammer Nordrhein mit vier CME-Punkten zertifizierte Fortbildung richtete sich an niedergelassene Dermatologinnen und Dermatologen sowie an Kolleginnen und Kollegen aus Klinik und Wissenschaft.
Entzündliche Dermatosen als Paradebeispiel für den Fortschritt der modernen Dermatologie
In seiner Begrüßung betonte der wissenschaftliche Leiter der Veranstaltung, Prof. Dr. med. Hjalmar Kurzen (Freising), die enorme Entwicklung der vergangenen Jahre. Kaum ein Bereich der Dermatologie habe einen vergleichbaren Innovationsschub erlebt wie die entzündlichen Hauterkrankungen. Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie, ein besseres Verständnis immunologischer Signalwege und die Entwicklung hochspezifischer Wirkstoffe hätten die therapeutischen Möglichkeiten grundlegend erweitert.
Gleichzeitig werde immer deutlicher, dass viele entzündliche Hauterkrankungen weit über die Haut hinausreichen und eng mit systemischen Komorbiditäten verbunden seien. Die moderne Dermatologie verstehe sich daher zunehmend als integratives Fach, das Hautgesundheit und allgemeine Gesundheit gemeinsam betrachtet.
Hidradenitis suppurativa: Neue Targets, neue Ziele, neues Paradigma
Den wissenschaftlichen Auftakt gestaltete Prof. Kurzen selbst mit seinem Vortrag „Hidradenitis suppurativa 2026: Neue Targets, neue Ziele, neues Paradigma“.
Er zeigte eindrucksvoll auf, wie sich die Versorgung dieser chronisch-entzündlichen und oftmals stark belastenden Erkrankung in den vergangenen Jahren verändert hat. Während früher häufig nur symptomatische oder chirurgische Ansätze zur Verfügung standen, eröffnen heute zahlreiche zielgerichtete Therapien neue Perspektiven.
Im Mittelpunkt standen aktuelle Erkenntnisse zu immunologischen Signalwegen und neuen therapeutischen Angriffspunkten. Prof. Kurzen verdeutlichte, dass sich die Behandlung zunehmend von einer reinen Kontrolle akuter Entzündungen hin zu langfristigen krankheitsmodifizierenden Strategien entwickelt. Entscheidend seien dabei eine frühzeitige Diagnosestellung, strukturierte Behandlungspfade sowie eine konsequente Berücksichtigung der häufig bestehenden Begleiterkrankungen.
Atopische Dermatitis: Bewährtes erhalten, Innovationen nutzen
Im Anschluss referierte Prof. Dr. med. Christian Termeer (Stuttgart) zum Thema „Atopische Dermatitis: Auf neuen und bewährten Pfaden“.
Der Vortrag beleuchtete die beeindruckende Entwicklung der Therapieoptionen bei Neurodermitis. Neben etablierten Behandlungsstrategien standen insbesondere moderne zielgerichtete Systemtherapien im Fokus. Prof. Termeer erläuterte, wie sich durch Biologika und Januskinase-Inhibitoren neue Möglichkeiten ergeben haben, auch schwer betroffene Patientinnen und Patienten effektiv zu behandeln.
Besonderes Augenmerk legte er auf die individuelle Therapieentscheidung. Neben dem klinischen Erscheinungsbild seien Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen, Lebensqualität und Patientenpräferenzen von zentraler Bedeutung. Die moderne Behandlung der atopischen Dermatitis erfordere daher zunehmend eine personalisierte Herangehensweise.
Bullöses Pemphigoid: Aktueller Stand der Therapie
Nach der Pause widmete sich Prof. Dr. Dr. med. Sven Quist (Mainz) den aktuellen Therapieoptionen beim bullösen Pemphigoid.
Die häufigste autoimmune blasenbildende Hauterkrankung stellt insbesondere aufgrund des meist höheren Alters der Betroffenen besondere Anforderungen an die Behandlung. Prof. Quist präsentierte aktuelle Daten zu etablierten und neuen Therapieansätzen und diskutierte deren praktische Umsetzung im klinischen Alltag.
Dabei wurde deutlich, dass die therapeutischen Möglichkeiten auch in diesem Bereich stetig wachsen. Gleichzeitig bleibt die individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung insbesondere bei multimorbiden Patientinnen und Patienten von großer Bedeutung. Der Vortrag unterstrich eindrucksvoll die Notwendigkeit einer differenzierten und patientenzentrierten Therapieplanung.
Mehr als Haut: Ernährung, Adipositas und metabolisches Syndrom
Einen interdisziplinären Blick auf entzündliche Hauterkrankungen eröffnete Dr. oec. troph. Jon Chim Bai (Bonn) mit ihrem Vortrag „Mehr als nur Haut: Stellenwert der Ernährungsberatung im Kontext von Adipositas und metabolischem Syndrom“.
Anhand aktueller wissenschaftlicher Daten zeigte sie die enge Verbindung zwischen chronischen Entzündungsprozessen, Ernährung und Stoffwechselerkrankungen auf. Viele dermatologische Erkrankungen seien mit Adipositas, Insulinresistenz oder anderen Komponenten des metabolischen Syndroms assoziiert.
Die Referentin verdeutlichte, dass Ernährungstherapie und strukturierte Lebensstilinterventionen einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Patientenversorgung leisten können. Dermatologinnen und Dermatologen seien daher zunehmend gefordert, systemische Gesundheitsaspekte in ihre Behandlungskonzepte einzubeziehen und gegebenenfalls interdisziplinäre Kooperationen zu etablieren.
Lebendige Diskussion und großer Praxisbezug
Im Rahmen der abschließenden Diskussion nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv die Möglichkeit, Fragen über das Chat-System einzureichen. Die Referenten beantworteten zahlreiche praxisrelevante Fragestellungen zu Diagnostik, Therapiealgorithmen, Nebenwirkungsmanagement und patientenorientierter Versorgung.
Besonders positiv hervorgehoben wurde der hohe Praxisbezug aller Vorträge. Die Kombination aus wissenschaftlicher Aktualität, klinischer Erfahrung und konkreten Handlungsempfehlungen ermöglichte den Teilnehmenden einen unmittelbaren Nutzen für ihren beruflichen Alltag.
Fortbildungsreihe mit hoher Relevanz für die dermatologische Versorgung
Mit der 8. SkinAcademy setzte onkoderm e.V. die erfolgreiche Fortbildungsreihe konsequent fort. Die Veranstaltung machte erneut deutlich, wie rasant sich die Dermatologie entwickelt und welche zentrale Rolle kontinuierliche Fortbildung für die Versorgung dermatologischer Patientinnen und Patienten spielt.
Die wissenschaftliche Qualität der Referenten, die Aktualität der Inhalte sowie die praxisnahe Vermittlung aktueller Erkenntnisse bestätigten einmal mehr den Stellenwert der SkinAcademy als etablierte Plattform für dermatologische Spitzenfortbildung im deutschsprachigen Raum.
Dank an Referenten und Förderer
onkoderm e.V. bedankt sich herzlich bei allen Referenten für ihre herausragenden Beiträge sowie bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die engagierte Diskussion.
Ein besonderer Dank gilt den unterstützenden Unternehmen UCB Pharma GmbH, Novartis Pharma GmbH und Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, deren Förderung die Durchführung dieser hochwertigen wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltung ermöglicht hat.
Pressekontakt: onkoderm e.V.
Autor und Leiter der Pressestelle: Klaus M. Hartgens
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